Alles begann im Dezember 2010. Da sagte ein Spieler: „Ich will nächste Spielzeit ein Stück inszenieren, aber ich brauche noch einen zweiten Teamer…“, darauf die Regieassistentin: „Trag mich einfach ein, ich bin nächstes Jahr vermutlich weg und dann kannst du dein Ding einfach allein durchziehen ohne einen zweiten Mann bzw. Frau.“
Aber es kommt immer alles anders als gedacht und so blieb Anna doch noch ein Jahr in Magdeburg und Daniel hatte endlich jemanden zum Streiten gefunden. „Wie weit?“ wurde geboren, eine Stückentwicklung mit vielen Hindernissen, die letztendlich zu einem richtig schnulzigen Theaterstück heranwuchs. Premiere im November 2011. Gott, was waren wir stolz, weil das Publikum geheult hat! Die Geschichte ist zugegebenermaßen keine Meisterleistung. Freundschaft wird zu Liebe, bleibt unerwidert und eine stirbt. An Pneumonie. Es war Daniel wichtig, dass jemand stirbt, warum verstehe ich bis heute nicht… Da Autounfall zu abrupt gewesen wäre, haben wir nach Krankheiten gegooglet an denen man sterben kann und die halbwegs schick sind. So stießen wir auf Pneumonie und unsere Hauptdarstellerin durfte während des Stückes – anfangs wenig, ab der Mitte dann viel – husten, bis sie die Krankheit niederstreckte.


Aber wisst ihr was? Es ist ganz egal, dass Pneumonie im Nachhinein ein bisschen affig erscheint und dass wir ein jugendliches Mainstream-Thema gewählt haben: Wir stehen dazu und sind immer noch stolz wie Oskar auf unser Baby, weil das der Anfang von was wirklich Schönem war…

(Anna und Daniel)

Volksstimme Magdeburg, November 2011
Volksstimme Magdeburg, November 2011