Mein erstes Mal – so war’s bei mir

In meinem Fall war das ein einwöchiger Theaterworkshop in einem alten Gutshaus in der Nähe eines Dorfes inmitten von Nirgendwo. Das heißt MV. Und es war Sommer. Es fiel leicht – ich musste nur zu Freunden in einen Kleintransporter steigen. Stressless. Es war bezahlbar. Wage Neugierde traf also und völlig unvorbereitet auf freundliche Barrierelosigkeit.

Vorstellungsrunde. Lockerungsübungen. Andere Übungen. Am Ende der Woche sollte ein fertiges Stück präsentiert werden – vor Leuten. Irgendwie hat das keinen beunruhigt, vielleicht weil eine Blamage im Mecklenburger Grasland nicht wirklich zählt, vielleicht haben die Lockerungsübungen auch stärker reingehauen als wir dachten. Gruppenpantomimeduschen mit geschlossenen Augen. Texte über in Südamerika beheimatete, mond- und götterfressende Hasen über den Acker gearmrudert und geschrien. Viele kleine Schritte. Abends gab es Abendbrot. Und es war – wie schon gesagt – Sommer.

Es wurde dann doch ein Stück. Über Kolumbus und diese Entdeckung. Vor Tagen noch ließen wir pantomimisches Wasser in imaginiertem Sommerwind leicht pendelnd von uns dunsten. Plötzlich standen wir auf Schiffsplanken und waren mit demselben erprobten Körpergefühl Matrosen, Masten und Segel zugleich. Hat er gut hinbekommen. Der Micha. Nämlich. Würde ich wieder machen. Habe ich wieder gemacht.

Fazit: Kein Fazit. In echt. Kommt vorbei. Theater ist Arbeit. Und berührt die Seele. Und manchmal muss man ausfegen. Das war KEIN Fazit. Immer noch nicht. Vielleicht weil es keines geben kann. Theater ist (sich) Ausprobieren. Vielleicht. So war es jedenfalls bei mir. (Immer noch nicht.)

Foto: Ganz woanders, aber immerhin

(Sven)

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