Früher beschränkt auf die Rolle eines Geißleins aus dem Märchen, dann auf die Rolle eines Bleistifts, schlummerte der Wille weiter Theater zu spielen etwas ein…irgendwie waren die Vorgaben öde und das Textlernen langweilig.

Bis es von der Theater-AG aus der Grundschule zum Studium kam – in Erfurt. Ein Seminar war Improvisationstheater – und da kam der Spaß zurück: Dinge aus dem Nichts entstehen lassen, von denen du nie erwartet hättest, dass sie die anwesenden Menschen in fünf Sekunden zum Lachen bringen werden. Doch Seminare sind irgendwann vorbei und manche Impro-Theatergruppen eben nicht ganz so cool.

Aber das sollte sich ändern, als plötzlich an einer Wand in der FH ein Zettel hing – neben Wohnungssuchenden, Nebenjobbietenden und Kettensägenverkaufenden waren da Anna und Daniel (nA Dan <- na, wer versteht es jetzt endlich?), die sehr einsam waren und Menschen in Erfurt suchten, die sich erbarmten, mit ihnen Theater zu spielen. Naja, so schlimm können Individuen ja nicht sein, die ihre Kontaktdaten auf Abreißzettel schrieben und überall aushingen und außerdem muss denen doch geholfen werden, wenn sie so einsam sind!

Erste Probe check, zweite Probe check, dritte Probe check … und prompt war ich verwickelt in einen chaotisch herzlich-liebevollen Haufen, verrückte Proben, wahnsinnige Auftritte, Muskelkater vom Lachen und blaue Flecken vom Spielen.

Genial.

Rein in Emotionen, raus aus sich selbst. Wundertolle Menschen…und das bis jetzt. Plötzlich wurden die Träume von Bratwurstverkäuferin, Physiotherapeutin, Marsmensch, Kapitänin und tausenden mehr wahr. Gerade noch ein schreiendes Kind, dann die Bezwingerin eines Skarabäus.
Improtheater ist genial – überall zu spielen, mit jeglichen Requisiten, Einbeziehen von Zuschauenden, verbindend und herzzerreißend traurig, dann wieder vor Glück strotzend. Ich kann es allen empfehlen und auch, wenn du nicht an dich glaubst, das ist keine Ausrede, mal zu einer Probe vorbeizukommen.
Also…3…2…1…nA Dan, los geht’s!

(Tabea)

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