Wir schreiben das Jahr 2002. Ungefähr 15 vorpubertäre Teenager und eine Lehrerin finden sich zusammen und beschließen ihr eigenes Stück zu schreiben. Das schreit ja förmlich nach einer grandiosen Erfolgsgeschichte, oder etwa nicht? Da uns leider niemand aufhält, stürzen wir uns also alle wie wild in die Ideenfindung. Geeinigt wird sich nach geraumer Zeit auf eine moderne Liebesgeschichte mit der groben Vorlage „Romeo und Julia“ – auch ein Stück zu dem es glücklicherweise noch keine Millarden Neuinterpretationen gibt. Als nächstes werden dann die Aufgaben (Dialoge/Geschichte schreiben, Rollen entwickeln, Kostüme, etc.) verteilt und wir können es alle kaum erwarten loszulegen. Jede Woche sollten wir uns von nun an einmal treffen und an unserem Stück arbeiten – natürlich waren wir aber alle so Feuer und Flamme, dass wir auch außerhalb der Theatergruppe wie wild an unsren Ideen feilten…1 Jahr verging wie im Flug und wir hatten es tatsächlich geschafft unser eigenes Stück zu schreiben und einzustudieren – letzteres war auf Grund der tiefsinnigen und sich sprachlich auf höchstem Niveau befindlichen Dialoge gar kein Kinderspiel! (Ich spielte den coolen Johannes – und fand mich äußerst wichtig mit meinen 6 Sätzen und coolen Baggypants). Tag der Aufführung: wir alle wuseln wie verrückt im Vorraum der Aula unsrer Schule herum und schieben abwechselnd Panikanfälle. Es waren doch tatsächlich recht viele Menschen gekommen – und nicht nur begeisterte Familienmitglieder. Es führt also kein Weg mehr daran vorbei unser qualitativ hochwertiges Stück unter die Leute zu bringen. Nach ca 60 Minuten war das Ganze dann auch schon wieder vorbei und wir fühlten uns alle wie Könige und Königinnen und strahlten bis über beide Ohren.

Selbst wenn das Stück wohl kein Meisterwerk war, so hatten wir zumindest alle unseren Spaß und der Grundstein für viele weitere (und erfolgreichere) Jahre der Theatergruppe war auch noch gelegt. Und nicht nur für die Theatergruppe des Franz-Ludwig-Gymnasium Bambergs, sondern auch mein ganz persönlicher Grundstein in Hinblick auf meine weiteren Theatererfahrungen, die ich noch sammeln sollte in den Jahren danach und bis heute sammle.

(Mariana)

12916227_586778568145509_6640312617913086847_o